Die Taijiquan-Qigong-Szene in Deutschland: Verbände, Schulen, Lehrer, Netzwerke

Die Taijiquan-Qigong-Szene in Deutschland - Verbände, Schulen, Lehrer, Foren und Netzwerke

Tai Chi (Taijiquan) Qigong Qualitätssicherung des DTB-DachverbandsQualifizierung: Der "Qigong-Dachverband Deutschland ev (QDD)" grenzt sich ab von der "Taiji-Qigong-Szene Deutschland" und dem Lobby-Verband DDQT. Der QDD garantiert die fachlichen DTB-Mindeststandards "Geprüfter Lehrer DTB" und der Kassen-Zulassung der ZPP. Er folgt der DTB-Empfehlung, statt des Begriffs "Gütesiegel" die Kennzeichnung "Qualitätssiegel" für die eigenen Angebote und Serviceleistungen zu benutzen. Zudem tragen alle Kurse die Vdek-Auszeichnung "Deutscher Standard Prävention". Siegel-Kritik: In dem Artikel "Der Taijiquan-Qigong-Kompass des DTB" wird erklärt, daß Qualitätssiegel immer nur so gut sind wie die Kriterien, die ihnen zugrunde gelegt werden.

 

Sind Lehrer, Schulen und Verbände der Szene für mich geeignet?

Diese Frage stellt sich beispielsweise, wenn sich jemand für eine Lehrerausbildung interessiert. Hier gilt es vieles schon im Vorwege zu beachten. Klar dürfte hier sein, daß man Sekten und sekten-ähnliche Gruppieren meiden sollte - ihre Quasi-Religiosität ist sicher keine Empfehlung für westliche Gesundheitsbildung. In ihren Heilslehren findet man Worte wie "Tempel", "Mönch" oder "Erleuchtung". Häufig beziehen sich solche Anbieter auf eine ununterbrochene Überlieferung von Meister-Generationen und "Wude-Moralkodex". Dies sollte grundsätzlich kein Kriterium für Qualität oder Seriosität sein.

Auch die Reputation chinesischer Qigong-Meister sollte man unter die Lupe nehmen - in China ist der Titel "Qigong-Meister" nicht besonders gut angesehen. Grund sind die vielen Täuschungen und Tricksereien von Scharlatanen. Problematisch in vielerlei Hinsicht sind auch Interessensverbände mit ihren geschönten unrealistischen Sehweisen. Gleiches gilt für die vielen Lehrmeister, die allzu künstlerisch-kreative Maßstäbe setzen. Grundsätzlich gilt auch hier: Illusionen und Phantasien können sich schnell als Irrweg erweisen.

Jeder sollte sich über seine eigene Weltsicht klar sein. Wer eher wissenschaftlich-objektive Einstellungen hat, wird eher den DTB-Dachverband favorisieren, weil seine Arbeitsweise auf ideologie-freiem Faktencheck basiert. Seine These, daß Szene-Ansätze die Potenziale östlicher Übungen nicht ausschöpfen können, findet immer mehr Zulauf unter denen, die von den Krankenkassen zugelassen werden möchten. Wichtig zu wissen: Im neuen ZPP-Leitfaden sind die sogenannten "Fach-Organisationen" der Szene gestrichen und werden nicht mehr erwähnt.

Hinweis zur Qigong-Taijiquan-Lehrersuche: Anbieter ist nicht gleich Anbieter - und bei Prüfzeichen, Titeln und Auszeichnungen liegt der Wert oft im Auge des Betrachters. Die Taiji-Qigong-Szene mit ihren Netzwerken, Foren und Journalen präsentiert sich allerorten als fachkundige Community. Doch der Taijiquan-Qigong-Zentralverband DTB ev rät zur Vorsicht: Beim Kampf um potenzielle Kunden bleiben Wahrheit und Transparenz oft auf der Strecke.

Viele Lehrer-Ausbildungen grenzen sich nur ungenügend ab von der historisch-kulturell bedingten Esoterik der chinesischen Familien-Verbände. Doch deren Repertoire entspricht nicht den Werten westlicher Erwachsenenbildung. Die Folge: Viele Zertifikate werden vom DTB nicht anerkannt, u. a. weil sie nicht der Vdek-Anforderung "Dt. Standard Prävention" genügen. Für Nicht-Fachleute empfiehlt sich eine telefonische Vorab-Beratung bei Dr. Langhoff persönlich unter 040 2102123.

DTB-Datenbank für Lehrer, Schulen und Verbände als Korrektiv zur Szene

Anfragen nach qualifizierter Aus- und Fortbildung erreichen den Taijiquan-Qigong-Zentralverband DTB tagtäglich. DTB-Geschäftsführer Dr. Langhoff hat durch seine 50-jährige Erfahrung einen guten Überblick über die bundesdeutsche Szene. Mit den Fachkräfte-Teams in den einzelnen Bundesländern wird zur Zeit an einer Datenbank gearbeitet, in der online abrufbar alle DTB-Lehrer mit dem Qualitätssiegel "Geprüfter Lehrer DTB" und dem Vdek-Siegel "Deutscher Standard Prävention" gelistet sind nach Postleitzahl, Graduierung und mitf Email für persönlichen Kontakt. So kann die persönliche Beratung Vor Ort intensiviert und verbessert werden.

Die Taiji-Qigong-Szene

Hinweis am Rande: Es gibt Qigong-Übungen, die "TaijiQigong" heißen, u. a. die Reihe "Achtzehn Übungen des TaijiQigong". Das sogenannte "Taiji-Qigong" ist, wie der Name schon sagt, eine Zusammenstellung von Übungen des Qigong und Taijiquan. Diese neu-entwickelten Formen basieren auf den traditionellen Taiji-Prinzipien. Der Bezug auf Kampfkunst ist allerdings irreführend ebenso wie die strikte Trennung von angegeblich "typischen" Merkmalen entweder des Taijiquan oder des Qigong. Siehe dazu die Review von "Shibashi". Diese wenigen Praktizierenden bilden selbstverständlich nicht die Gesamtheit der Szene. Auch TaijiQigong-Filmszenen sind hier nicht gemeint.

Die Bezeichnung "Taijiquan-Qigong-Szene" oder kurz "Taiji-Qigong-Szene" ist heute oft negativ besetzt. Zurecht, wenn man die Hintergründe kennt - und insbesondere die aktuelle Entwicklung bei den Krankenkassen. Gerade für Menschen, die Aus- oder Fortbildungen anstreben, ist eine gründliche Information im Vorwege hilfreich. Verwechslungen führen oft zu Nachteilen - etwa wenn Zertifikate nicht anerkannt werden oder teure Zusatzkosten für Nachschulung anfallen.

Der Nimbus von Magie und Übersinnlichkeit, der chinesischen Meistern oft anhaftet, ist überall in der Szene spürbar. Hoch im Kurs: Esoterische Praktiken im Qigong, Taijiquan als unbesiegbar machende Innere Kampfkunst und natürlich der Wude-Moralkodex chinesischer Familien-Dynastien. Doch hinter den Fassaden sind viele desillusioniert. Solche Szene-Mantras haben der Reputation der Künste mehr geschadet als genutzt - dieses Fazit ziehen immer mehr Menschen.

Lobbyisten, Heilslehren und die Fakes chinesischer Scharlatane tun ein Übriges. Und das allgemeine Fremdeln vieler Praktizierender mit ideologie-freiem Faktencheck haben diesen Negativ-Trend vielerorts noch verstärkt.

Schon immer war die Szene geprägt von phantasievollen Vorstellungen, die aus dem Künstler-Metier stammten und nach dem Pippi-Langstrumpf-Motto gestrickt waren "Ich male mir die Welt, wie sie mir gefällt" - mit all ihren unprofessionellen Webfehlern, die dann nur schwer korrigiert werden konnten. Diese "Beliebigkeit" ist ein grundlegendes Merkmal von Szene-Anbietern. Dies wurde durch ein "Under-Cover-Experiment" des DTB in mehreren Städten belegt.

Aus solchem "Patchwork-Sammelsurium" erwuchsen immer mehr Ungereimtheiten, Widersprüche und Tabuisierungen, die an "des Kaisers neue Kleider" gemahnten. Schnell war es für Experten eine Binsenweisheit: Dieser Flickenteppich ist ungeeignet für westliche Normen der Gesundheitsbildung.

Als dann der DDQT als größte Szene-Vertretung aus dem ZPP-Leitfaden gestrichen wurde, schien der bisherige Tiefpunkt ihrer Glaubwürdigkeit erreicht. Aber dies wird nur ein Vorgeschmack sein, denn die nun gültigen Vdek-Vorgaben zwingen ja die Szene zum Umschwenken auf ganz neue Werte, neben denen die alten keine Bestand mehr haben können: Berufsprofile mit Esoterik-Folklore sind künftig kein valides Kriterium mehr und taugen nicht für die Leitung von Krankenkassen-Kursen.

DDQT als Vertreter der Taiji-Qigong-Szene?

Der „Deutsche Dachverband für Qigong und Taijiquan e.V.“ DDQT galt manchen einst als Interessenvertretung einer vielfältigen Taijiquan-Qigong-Szene. Seine Leitlinie „soviel Struktur wie nötig – so wenig Struktur wie möglich“ war eine Botschaft, die gerade in dem kreativ-künstlerischen Milieu der Szene auf Zustimmung stieß. Die DDQT-Zielsetzung einer gemeinsamen Haltung den Krankenkassen gegenüber hat sich jedoch insofern nicht durchsetzen können, weil ausgerechnet die wichtigsten Gründungsmitglieder, Taijiquan-Qigong-Netzwerk / BVTQ und Deutsche Qigong Gesellschaft wieder ausgetreten sind und eigene "Sub-Kulturen" um sich geschart haben. Als Dachverband für Taiji-Qigong-Ausbilder vergibt er an Mitglieder sein DDQT-Gütesiegel. Es berechtigt jedoch nicht zur Krankenkassen-Zulassung. Das hat der Vdek kürzlich noch einmal unmißverständlich klargestellt, indem er den DDQT aus dem ZPP-Leitfaden gestrichen hat - wie alle anderen Fachorganisationen der Szene auch.

Hinweis: Der "Deutsche Dachverband für Qigong und Taijiquan (DDQT)" vertritt als Lobby-Organisation für Lehrer-Ausbildung der Fachbereiche Taijiquan und Qigong eigene Qualitätsstandards. Der "Qigong-Dachverband Deutschland ev (QDD)" garantiert als DTB-Gründungsmitglied dessen Allgemeine Ausbildungsleitlinien (DTB-AL). Damit grenzt er sich ab vom DDQT und der Taiji-Qigong-Szene. DDQT-Ausbildungsleitlinien werden vom Tai-Chi-Qigong-Dachverband DTB nicht anerkannt für Aus- und Fortbildung. Da sie enger gefaßt sind als es im DTB-Qualitätsmanagement vorgegeben ist, werden sie nicht anerkannt für Stunden-Anrechnung. Quelle: Ausbildungsleitlinien Tai Chi (Taijiquan) und Qigong.

Die Szene und die Krankenkassen

Der DTB-Dachverband, der sich stets von dieser Art der "Qualitätssicherung" distanziert hatte,  hat bei seinen Partnern für mehr Wissenschaftlichkeit geworben. Dazu zählen  insbesondere Krankenkassen und ihre Verbände wie der GKV-Spitzenverband. Nun kann man bei der aktuellen Entwicklung hin zu einer "Akademisierung" folgende Verbesserung feststellen.

Der erste Schritt: Der Kassen-Verband Vdek hat eigene Standards entwickelt - ganz im Sinne des DTB-Dachverbandes und seiner zentralen Bildungsstätte, dem Tai Chi Zentrum Hamburg, das bereits kurz nach seiner Gründung im Jahre 1989 Kursangebote in Kooperation mit Krankenkassen, Volkshochschulen und Sportvereinen konzipierte, organisierte und mit laufender Qualitätssicherung begleitete.

In einem zweiten Schritt wurde der ZPP-Leitfaden geändert. Dabei wurden die früher gelisteten "Fachorganisationen" der Taijiquan-Qigong-Szene ersatzlos gestrichen. Dadurch wurden dere frühere Qualitätsstandards und Prüfsiegel bedeutungslos. Entscheidend sind künftig Kompetenzbereiche, die mit einem "Scoring-Modell" gewichtet werden, wie es auch der wissenschaftlichen DTB-Arbeitsweise zugrundeliegt.

Das langjährige DTB-Motto "Standards statt Szene" hat damit nun auch bei den Krankenkassen Anklang gefunden. Diese Neu-Ausrichtung wird langfristig dazu führen, daß Szene-Siegel völlig an Wert verlieren, da sie angesichts der neuen Qualitätskontrolle nicht mehr aussagekräftig sind. Der DTB-Zentralverband hatte sich schon vor längerer Zeit für diese Neu-Ausrichtung des Vdek eingesetzt und begrüßt diesen Neu-Anfang als einen wichtigen Schritt für mehr Transparenz und Teilnehmerschutz.

Hintergründe: Was sollte man wissen?

In Deutschland sind die Praktizierenden chinesischer Heilsysteme und Kampfkünste nicht einheitlich organisiert. Sie sprechen daher nicht "mit einer Stimme" und treten nach "außen" auch nicht gemeinsam auf. Dennoch lassen sich bei der Analyse zwei unterschiedliche Strömungen unterscheiden. Auf der einen Seite steht der Taijiquan-Qigong-Dachverband DTB, zu dessen Partnern auch der QDD gehört. Ihr gemeinsames Merkmal ist das Primat von Wissenschaft und ideologie-freier Argumentation. Dahinter steht der Wunsch, die Dinge unvoreingenommen zu betrachten - so wie sie faktisch sind. Siehe: Taiji-Qigong-Szene: Netzwerke, Foren, Gruppen, Treffen.

Nun werden viele denken, daß dies der Normalfall ist und nicht als Abgrenzung taugen kann. Doch im Qigong und Taijiquan (Tai Chi Chuan) ist ein Teil der Praktizierenden organisiert in Gruppierungen mit esoterisch-mythischen Weltsichten. Dies ist beeinflußt durch historische Entwicklungen und entspricht auch dem Selbstverständnis vieler Übender. Etliche sind organisiert im DDQT-Lobbyverband oder Mitglied in DDQT-Schulen. Solche eng-gefaßten Sehweisen entsprechen nicht dem DTB-Lehrerprofil. Eine DTB-Anerkennung oder Anrechnung von Ausbildungen ist ausgeschlossen.

Andererseits gilt auch: Der überwiegende Teil der Übenden fühlt sich keinem dieser beiden Lager zugehörig - und in der Tat muß sich keiner innerlich positionieren oder dies nach außen dokumentieren. Weit verbreitet ist die Wertschätzung östlicher Heilslehren mit ihrer "Erfahrungswissenschaft". Dies betrifft insbesondere diejenigen, die Taijiquan und Qigong aus gesundheitlichen Gründen ausüben. Viele versprechen sich durch taoistisch-buddhistische Ideen zudem mehr Widerstandskraft, eine höhere Lebensqualität und mehr Zufriedenheit.

Und bei diesem Bereich von Prävention / Gesundheitsförderung kommen die Krankenkassen ins Spiel, weil sie ihren Versicherten die Kursgebühren im Bereich Yoga, Qigong und Tai Chi erstatten. Dafür ist der Vdek-Verband zuständig und die Zentrale Prüfstelle Prävention (ZPP). Kursgebühr-Erstattung für Lobbyisten, Heilslehren und Gurus? Leider ja. Aber für künftige Lehrer wurde nun mit der "Akademisierung" die längst überfällige Neu-Orientierung eingeleitet. Dies hatten Experten wie Dr. phil. Stephan Langhoff, TCDD-Beirat immer wieder empfohlen.

Weiterführende Literatur:

Miteinander-hat-Kultur (www.miteinander-hat-kultur.org): Taijiquan-Qigong-Szene und Standards.

Nils Klug, Hannover, DDQT, Mitgliedschaft und Updates: Nils Klug, DDQT, Mitgliedschaft, Medien /Öffentlichkeitsarbeit.

 

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